Nachhaltigkeit ist - Geld richtig eingesetzt!

Geld regiert die Welt!

Geld regiert die Welt - kaum ein Mensch kennt diesen Spruch nicht! Und es ist tatsächlich so, dass Geld unser Denken und Handeln in vielen Bereichen bestimmt: Die Kosten der Lebenshaltung steigen, das zu Verfügung stehende Geld wird durch die Inflation weniger wert und auch die Ersparnisse werfen kaum Zinsen ab. Gleichzeitig spricht man von Turbo-Kapitalismus und den Milliardenbeträgen an spekuliertem Geld, das täglich elektronisch um den Erdball bewegt wird und den Wert der produzierten Waren um ein Vielfaches übersteigt.

Wie lassen sich Nachhaltigkeit und Geldwirtschaft in Einklang bringen? Nachhaltigkeit bzw. Zukunftsfähigkeit bedeutet, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder die gleichen Gestaltungschancen haben, wie wir sie gehabt haben. Für den Finanzbereich stellt sich die Fragen nach den drei Aspekten der Nachhaltigkeit (Umwelt, Wirtschaft und Soziales) vor allem in zwei Richtungen: in die der Geldverwendung und in die der Geldanlage.

 

 

Jeder Einkauf ist politisch!

Konsumenten haben eine politische Macht. Tagtäglich treffen sie durch den Kauf von Produkten eine politische Entscheidung: für oder gegen umweltfreundlich hergestellte Produkte, für oder gegen gentechnik-freie Lebensmittel etc.. Diese Macht bekommen Unternehmen dann zu spüren, wenn sie Gesetze missachten, keine Rücksicht auf die Umwelt nehmen und in das Blickfeld von internationalen Kampagnen geraten, wie das Shell nach der Versenkung der Ölplattform Brent-Spa durch einen Boykott der Autofahrer erleben mußte.

  • Tipp: Werden Sie sich Ihrer Macht als Konsument/in bewusst und setzen Sie beim Einkauf ein Zeichen für mehr Umweltfreundlichkeit, gegen GEN-Technik in Lebensmitteln, gegen Kinderarbeit, gegen Tierquälerei, für gerechtere Löhne etc.. Produkte, die das FAIRTRADE Gütezeichen tragen, garantieren gerechte Arbeitsbedingungen für die Produzenten in anderen Teilen der Welt. Informieren Sie sich und geben Sie diese Informationen auch weiter.
  • Informationen:
   

Mit Geld Mehrwert schaffen!

Auch in Ihrem Umfeld gibt es Gruppen, die sich für Mitmenschlichkeit, Randgruppen der Gesellschaft oder für eine gerechtere Welt einsetzen. Sehr oft benötigen sie für ihre Arbeit mehr Geld, als sie durch öffentliche Unterstützung bekommen. Zu einem großen Teil sind sie auf die finanzielle Unterstützung von vielen Kleinspendern angewiesen.

  • Tipp: Überlegen Sie, ob Sie nicht durch einen monatlichen Dauerauftrag oder durch einmalige Spenden die Arbeit dieser Gruppen unterstützen wollen. Sind Sie in einem Unternehmen tätig, dann wäre die Unterstützung von einem sozialen Projekt eine Möglichkeit, Sinn statt der jährlichen Kundenweihnachtsgeschenke zu schenken!
  • Information:
   

Tausche Zeit gegen Leistung!

Geld ist bequem und hat sich bei uns als universelles Tauschmittel durchgesetzt. Um von Geld unabhängiger zu werden und trotzdem nicht auf Leistungen zu verzichten, die man sich mit Geld nicht leisten könnte, gibt es immer mehr Tauschringe bzw. Tauschkreise, in denen Menschen ihre eigenen Fähigkeiten zu Verfügung stellen und dadurch Leistungen von anderen Mitgliedern der Tauschringe in Anspruch nehmen können. Für eine Stunde Mathematik-Nachhilfe erhält man beispielsweise eine Stunde Bügeln oder Gartenpflege. Dadurch wird (unbezahlte) Arbeit geschaffen, der trotzdem ein Gegenwert in Form von Leistung gegenüber steht.

   

Es muß nicht immer Euro sein!

Weltweit gibt es rund 2.700 Beispiele, wie mit komplementären Währungen Arbeitslosigkeit bekämpft und Wohlstand geschaffen wird. Eines der ersten Beispiele ist wohl Wörgl in Tirol, wo in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Lokalwährung eingerichtet wurde, mit der trotz weltweiter Wirtschaftskrise für kurze Zeit Wohlstand geschaffen werden konnte. Ein erfolgreiches Beispiel unserer Tage ist der "Hauser Euro", eine lokale Währung in der Tourismusgemeinde Haus im Ennstal, die im Rahmen der lokalen Agenda 21 initiiert wurde. Mit dieser Münze kann in der Gemeinde bezahlt werden, sie wirkt dem Abfließen der Kaufkraft entgegen, es wird Wertschöpfung im Ort geschaffen und der "Hauser Euro" eignet sich hervorragend als Geschenkmünze für jeden Anlass. Auch die oststeierische Städtekooperation verfolgt mit ihrem 8-Städte-Gutscheinen ein ähnliches Ziel.

   

Grünes Geld - ein wachsender Markt!

Ethisch-ökologische Geldanlagen haben ihren Ursprung in der Umwelt-, Friedens- und Bürgerrechtsbewegung. Darunter versteht man, dass Geld sozial und ökologisch sinnvoll investiert wird, ohne dass auf eine marktübliche Rendite verzichtet wird. Gegen den weltweiten "Kasino-Kapitalismus" werden damit Möglichkeiten geschaffen, mit der Veranlagung von Geld ein nachhaltiges Wirtschaftssystem zu fördern. Die USA und Großbritannien sind die Vorreiter bei ethisch-ökologischen Geldanlagen. In den USA werden 15% des institutionell veranlagten Kapitals nach ethischen und ökologischen Kriterien gebunden, in Großbritannien sind es immerhin noch knapp 3%. Dabei gibt es Positivkriterien wie auch Ausschlusskriterien, die berücksichtigt werden. Ausgeschlossen werden Investitionen in die Waffen-, Alkohol-, Tabakindustrie und Kernenergie, bewusst gefördert werden Investitionen in Wasseraufbereitungstech-nolo-gien, Alternativenergie und Bio-Landwirtschaft, um nur einige Beispiele zu nennen.

   

Rendite mit gutem Gewissen!

Die Chancen mit "grünem Geld" Gewinn zu machen sind in der Zwischenzeit massiv gestiegen. Nach anfänglichen Kinderkrankheiten legen immer mehr traditionelle Geldinstitute Anleihen und Fonds auf, die ethisch-ökologischen Kriterien entsprechen und oftmals Renditen abwerfen, die über der Entwicklung des Aktienmarktes liegen. In der Zwischenzeit gibt es auch Lebens- und Pensionsversicherungen, die diesen Kriterien entsprechen.

  • Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Geldinstitut nach, ob es entsprechende Angebote in seinem Portfolio hat oder wenden Sie sich an eines der Institute, die sich auf diesen Markt spezialisiert haben.
 

 

Grüne Indizes am Geldmarkt!

Der bekannte Dow-Jones-Aktienindex hat einen "grünen Bruder", den Dow-Jones-Sustainability-Index. In ihm sind die weltweit erfolgreichsten Unternehmen gelistet, die dreidimensional hinsichtlich ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten bewertet werden. Von der Londoner Börse und der Financial Times wurde der FTSE4Good-Index herausgebracht und auch der Natur-Aktien-Index (NAI) bietet Anlegern eine Entscheidungshilfe, sich beim Aktienkauf für nachhaltige Unternehmen zu entscheiden.

   

Profitieren und Teilen!

Einige grüne Fonds bieten ihren Mitgliedern die Möglichkeit, an den Kurssteigerungen zu verdienen und die Dividendenausschüttung Entwicklungshilfeprojekten oder sozialen Initiativen zu Verfügung zu stellen. Neben dieser indirekten Methode gibt es natürlich auch die Möglichkeit, Einrichtungen und Initiativen direkt zu unterstützen. Sicherheit über den richtigen Einsatz Ihrer Spende gibt Ihnen in Österreich beispielsweise das Spendengütesiegel. Über das Internet können Sie auch on-line spenden.

   
  Literatur-Tipps:
   

 

Grünes Geld - Jahrbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen (Max Deml, Hanne May; Verlag Schäffer-Poeschl Stuttgart)

Max Deml ist einer der Pioniere im Bereich der ethisch-ökologischen Geldanlage. Er ist Mitinitiator des Natur-Aktien-Index NAI und informiert im vierzehntägig erscheinenden Börsenbrief Öko-Invest über ethisch-ökologiche Geldanlagen. Im Jahrbuch "Grünes Geld" liefert er ausführliche Detail- und Hintergrundinformationen, es werden Fonds und Aktien vorgestellt und umfassende Möglichkeiten aufgezeigt, sich selbst zu informieren.

 

 

 
       

 

Das neue Schwarzbuch Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne (Klaus Werner, Hans Weiss: Verlag Deuticke Wien-Frankfurt/M.)

Im Schwarzbuch Markenfirmen wird aufgezeigt, wie global agierende Unternehmen vor allem in Lateinamerika, Afrika oder Asien tätig sind: die bei uns geltenden Bestimmungen im Bereich Umweltschutz und Mitarbeiterrechte werden oft massiv unterwandert, immer wieder werden Menschenrechte missachtet. Viele der großen Marken werden mit ihren Aktivitäten porträtiert und es wird aufgezeigt, was die Konsumenten machen können, die sich nicht mit diesen Praktiken zufrieden geben wollen.

 

 

 

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