Entwicklungszusammenarbeit hat für das Land Steiermark Bedeutung!
Großes Interesse herrschte beim Fairtade-Tag 2006 des Landes Steiermark
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Mag. Elisabeth Freiberger ist Leiterin der Fachabteilung 1A „Organisation“ des Landes Steiermark. Mit Beginn der neuen Legislaturperiode folgte sie Hofrat Dr. Ernst Burger als Vorsitzende des Beirates für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Steiermark nach. Der Beirat für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Steiermark wurde vor 25 Jahren eingerichtet, um die Steiermärkische Landesregierung in Fragen der Entwicklungszusammenarbeit zu beraten. In dem Gremium, das sich aus ExpertInnen der Entwicklungszusammenarbeit und aus Mitgliedern der im Steiermärkischen Landtag vertretenen Parteien zusammensetzt, werden Projektanträge beraten, die beim Land Steiermark zur Förderung eingereicht werden. Eines der wichtigsten Kriterien für die Förderung stellt die Tatsache dar, dass die Projekte einen Bezug zu einer steirischen Gruppe haben. Dezidierte Förderschwerpunkte gibt es nicht, wie Elisabeth Freiberger berichtet: „Dezidiert ausgewiesene Förderschwerpunkte gibt es nicht, auch kein Förderschwerpunktland oder eine Region, die Förderschwerpunkt ist. Die Entwicklungszusammenarbeit, die die Steiermärkische Landesregierung fördert, orientiert sich in erster Linie an den Schwerpunkten, die steirsche NGO’s in unterschiedlichen Regionen der Welt haben. Ziel unserer Förderung ist es, eine breite NGO-Basis in der Steiermark in ihrer Arbeit in den Ländern des Südens zu unterstützen.“ Von großer Bedeutung ist, dass die Antragsteller selbst Gelder auf die Beine stellen. Im Budgetjahr 2007 sind für die Förderung von Projekten € 360.000,-- vorgesehen, wobei die Fördersumme je nach Projekt zwischen € 10.000,-und € 20.000,-- schwankt, was einem pro-Kopf-Betrag von rund 30 Cent pro Steirerin und Steirer entspricht. Dies ist dies nicht besonders viel. Trotzdem hofft Freiberger, dass die Entwicklungszusammenarbeit in der Steiermark immer eine Bedeutung hat: „Meine Hoffnung ist, dass das Land Steiermark auch in Zukunft bereit sein wird, Budget dafür zur Verfügung zu stellen, und zwar ein Budget, das der Sache gerecht wird. Ich hoffe, dass es sowohl in der Verwaltung wie auch in der Präsentation gegenüber der Bevölkerung gelingt, darzulegen, dass die Entwicklungszusammenarbeit für das Land Steiermark Bedeutung hat. Ich meine, Äußerungen, die von einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens zu einem Thema der EZA gemacht werden, haben eine andere Wirkung, als wenn jemand solch eine Meinung im Privatbereich vertritt. Der positive Zugang und die positive Vermarktung des Themas kann zur Meinungsbildung in der Bevölkerung beitragen.“ Neben der Förderung von Projekten haben sich mit dem Journalistenpreis des Landes Steiermark, dem Stipendienprogramm für Deutschlehrer aus Mali und dem Senegal, der Bildungsarbeit in der Steiermark und dem Fairtradebeschluss des Landes Steiermark vier weitere Schwerpunkte der öffentlichen steirischen Entwicklungszusammenarbeit herauskristallisiert. Während das Stipendienprogramm für Deutschlehrer im vergangenen Jahr nach mehr als 20 Jahren ausgesetzt wurde, gibt es die anderen Schwerpunkte weiterhin. Gerade der periodisch ausgeschriebene Journalistenpreis, der für professionelle und nicht-professionelle Medien vergeben wird, hat große Bedeutung in der Kommunikation, wie Freiberger betont: „Hauptintention ist es, das journalistische Engagement, die Bereitschaft über Themen der Entwicklungszusammenarbeit zu berichten, zu honorieren. Es ist ja auch nicht immer leicht, solche Themen in der Redaktion durchzusetzen. Wenn sich ein Journalist dieses Themas annimmt und gut berichtet, dann hat das eine besondere Multiplikatorwirkung!“ Auch die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit hat große Bedeutung, weil „die Bewusstseinsbildung ein wesentlicher Aspekt der Entwicklungszusammenarbeit ist und damit die Bereitschaft der Bevölkerung steigt, sich mit entwicklungspolitischen Themen auseinander zu setzen und Projekte zu unterstützen! Initiativen wie Fairtrade sprechen die Konsumenten an. Wenn man Fairtrade unterstützt, dann bringt man den entwicklungspolitischen Zugang drüber und die Bevölkerung bekommt das Thema näher zu spüren!“ Werbung für Fairtrade zählt zu den Fixpunkten der steirischen entwicklungspolitischen Arbeit, wie Freiberger berichet: „ Es gibt einen Landtagsbeschluss mit der Aufforderung an die Landesregierung, nach Möglichkeit fair gehandelte Produkte zu verwenden. Die Kaffeeautomaten des Landes sind mit Fairtrade-Kaffee bestückt und es gibt alljährlich im Herbst den Fairtrade-Tag des Landes Steiermark, bei dem Vertreter unterschiedlicher Gruppen eingeladen werden, ihre Produkte und ihre Arbeit zu präsentieren. Dieser Tag ist einerseits an die Beschäftigten des Landes Steiermark gerichtet, andererseits machen auch viele Lehrer mit ihren Schulklassen eine Exkursion zum Fairtrade-Tag und informieren sich im Burghof über fairen Handel.“ Freiberger streicht in diesem Zusammenhang das Engagement des Referenten des Landes Steiermark für Entwicklungszusammenarbeit heraus, der immer wieder auszuloten versucht, wo noch weitere Beschaffungsszenarien und Produktbestellungen unter dem Titel „Fairtrade“ durchgeführt werden können. Nachhaltigkeit sieht Elisabeth Freiberger als strategisches Thema: „Es ist natürlich ein unerschöpfliches Thema und die Assoziationen zum Thema Nachhaltigkeit sind sehr vielfältig. Ich persönlich meine, dass man wesentlich stärkeres Augenmerk auf das Thema Nachhaltigkeit legen müsste, vor allem bei den Aktionen. Das beginnt beim Umweltschutz, bei der Entwicklungszusammenarbeit und bei sozialen Themen. Für mich ist Nachhaltigkeit ein höchst strategisches Thema, dem ein gewisser Rang einräumen ist, damit ich sämtliche Aktivitäten, die ich plane, diesen Nachhaltigkeitszielen auch unterordnen kann. Insofern bin ich eine Verfechterin des Themas Nachhaltigkeit in allen Bereichen. Gerade in Zeiten der Globalisierung, der Öffnung der Märkte, der rasanten Technologien, der voranschreitenden Umweltverschmutzung wäre für mich der Zeitpunkt höchst dringend, einen breiten Konsens über Nachhaltigkeitsstrategien zu erzielen. Und zwar über ein Bundesland hinaus auf europäischer Ebene, auf globaler Ebene!“ Für die konkrete Arbeit des Beirats bedeutet dies, dass bei den Projektanträgen versucht wird, eine ganzheitliche Sicht der Dinge einzufordern: „Wir versuchen bei den Projektanträgen einzufordern, dass der Antragsteller eine Äußerung dazu abgibt, wie sich das Projekt auf Dauer auswirken wird, in welchen Gesamtkontext und in welches Umfeld das Projekt eingebunden ist und welche Aktivitäten rundherum passieren!“ |
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