WIN-Förderung ist ein Anreiz!
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Während Kollegen seines Alters in Pension gehen, ist Ing. Erich Pachatz als Unternehmensberater Jungunternehmer. Nach einer HTL-Ausbildung zum Elektrotechniker war er viele Jahre im Bereich der Energieversorgung tätig, bevor er zum Forschungszentrum Seibersdorf gestoßen ist, für das er zwanzig Jahre lang als Technologieberater im Technologietransfer-Zentrum in Leoben tätig war. Zu seinen Aufgaben zählte die Kontaktvermittlung zwischen Wissenschaft und Forschung. Forschungsergebnisse wurden in Unternehmen konkret umgesetzt, für technische Problemstellungen wurden Lösungen gesucht. Der thematische Schwerpunkt von Ing. Pachatz lag im Bereich Energie- und Umwelttechnologie, wobei die Beratung von der Managementberatung bis hin zur Umsetzungsberatung ging. Als Angestellter des Technologietransfer-Zentrums war er bereits WIN-Konsulent, eine Tätigkeit, die er auch nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen fortsetzte. Auf die Fragen nach den Beweggründen für die Selbständigkeit meint Pachatz: „Ich bin in einem Alter, wo man nicht mehr unbedingt als Angestellter arbeiten muss. Ich wollte aber die langjährige Tätigkeit als Berater und WIN-Konsulent nicht aufgeben, meine Leistungen werden nachgefragt und ich habe eine Reihe von interessanten Kunden, die noch immer Projekte mit mir machen. Es ist das Interesse an einer Wirtschaft, die sich entwickeln kann, an der Innovation, am Gedanken der Nachhaltigkeit. Diesen Gedanken den Unternehmen zu vermitteln und diesen Weg mit ihnen zu gehen, das motivierte mich, weiter zu machen.“ Der Beratungsbereich von Ing. Pachatz ist weit. Begonnen hat es mit der Erstellung von Abfallwirtschaftskonzepten bzw. nachhaltigen Abfallwirtschaftskonzepten. Danach wurden Umweltmanagementsysteme und integrierte Managementsysteme implementiert. Zuletzt ist die Nachhaltigkeitsberatung und die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten dazu gekommen. Im Augenblick liegt sein Schwerpunkt auf nachhaltigen Energiesystemen, bei der Energieberatung mit dem klima:aktiv Programm. Die bisher realisierten Projekte reichen von kleinen Energie- oder Ökologie-Checks mit drei bis vier Beratertagen bis hin zu einem umfangreichen Nachhaltigkeitsprojekt, das ein Beratungsausmaß von hundert Beratertagen umfasst hat. Für Unternehmen ist die Tatsache, dass es eine Förderung der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit gibt, ein Anreiz. „Für Unternehmen gibt es handfeste Argumente, das heißt wirtschaftliche Aspekte, dass ein Projekt realisiert wird. Die Förderung der Wirtschaftsinitiative ist ein Anreiz, etwas zu tun, sie ist aber nicht der Grund dafür, überhaupt etwas zu tun. Es hilft, dass man als Berater sagen kann, die Unternehmen bekommen eine Förderung, das Projekt ist auch im Sinn des Landes Steiermark und der österreichischen Bundesregierung. Man kann auch damit argumentieren, dass es Konsulenten gibt, die eine Qualifikation haben, die immer wieder geschult werden, damit ist es leichter, solche Beratungsprojekte zu initiieren. Ich glaube, dass der Weg zu den Unternehmen ohne WIN nicht so erfolgreich wäre.“ Erich Pachatz ist einer von zwei WIN-Konsulenten, die bei der WIN-Gala im Herbst 2006 ausgezeichnet wurden. Die Gründe für diese Auszeichnung lagen nicht so sehr in der Qualität einzelner Maßnahmen, sondern in der Summe der Projekte. „Mir wurde gesagt, dass ein Auszeichnungskriterium die Anzahl der Maßnahmen war, die bei einer Beratung angeregt und dann auch umgesetzt wurden. Es sind oft nur vier, fünf Maßnahmen, die man in einem Betrieb im Rahmen eines Abfallwirtschaftskonzeptes AWK-plus setzen kann, bei einem kombinierten Umwelt- und Energiemanagementsystem sind es sieben, acht oder vielleicht zehn Maßnahmen, bei der Einführung eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements vielleicht fünfzig Maßnahmen, die bis zur Mitarbeiterentwicklung gehen. Die Summe der vorgeschlagenen und umgesetzten Maßnahmen war es wohl, die meines Wissens den Ausschlag gegeben hat.“ Als Beratungsansatz wählt Pachatz bei der Nachhaltigkeitsberatung das Drei-Säulen-Modell: „Ein Unternehmen hat wirtschaftlich erfolgreich zu sein, das ist eine Verantwortung, die ein Unternehmen hat. Das Unternehmen hat aber auch eine ökologische Verantwortung und eine soziale Verantwortung seinem Umfeld, seinen Mitarbeitern, seinen Kunden gegenüber. Diese Verantwortung erstreckt sich auf die Gesellschaft als den Raum, in dem sich das Unternehmen bewegt. Wenn das Unternehmen nun ein weltweit agierendes Unternehmen ist, dann sind Dinge zu berücksichtigen, die auf die Fragen eingehen, wie die Menschen bezahlt werden, wie sie in diesen Ländern behandelt werden. Aber auch bei uns ist zu fragen, wie sozial ein Unternehmen ist. Ich meine, dass diese drei Dinge zusammen, die drei Säulen Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Soziales ein verantwortungsvolles Unternehmen ausmachen. Ich meine, dass ein erfolgreiches Unternehmen heute sehr wohl darauf achten muss, nicht nur wirtschaftlich mit allen Mitteln erfolgreich zu sein, sondern dass es auch seine Verantwortung hinsichtlich der Umwelt, hinsichtlich der Gesellschaft wahr nimmt.“ „Für mich persönlich ist Nachhaltigkeit eine Lebensphilosophie,“ meint Pachatz. „ Wenn ich nur wirtschaftlich erfolgreich sein müsste, dann wäre es für mich nicht erträglich, denn ich habe auch eine Verantwortung – in meinem Umfeld, meiner Familie, meinen Kunden, der Gesellschaft gegenüber. Das ist für mich Nachhaltigkeit, dass ich diese Lebensphilosophie lebe.“ |
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