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Fasten heißt verzichten - auf ein schlechtes Gewissen
Im Standard-Artikel Bio mio – und sonst nix vom 12.03 berichtet Roman David-Freihsl von seinen kleinen Sünden und großen Erfolgen bei seinem Versuch sich einen Monat lang vollkommen biologisch zu ernähren.
An sich ist der Versuch schon per definitionem absurd - nur übersehen wir das in der bio-sierten Konsumwelt. Ist es nicht absurd darauf stolz zu sein und es als Leistung zu betrachten, dass man sich biologisch ernährt? Sollten wir uns nicht fragen, was biologisch und Bio überhaupt bedeutet? Stammen unsere Nahrungsmittel denn nicht mehr aus der Erde, sondern sind bereits künstlich erzeugt? Im Trubel und dem Hype um Bio-Produkte vergessen wir, dass Lebensmittel prinzipiell in der Natur produziert werden (sollen). Inzwischen sind wir AkzeptantInnen der künstlich erzeugten Massenware geworden und nehmen auch Genmanipulationen mehr oder weniger als gegeben hin.
Der Trend zur Rückkehr zur Natur und zum Bewusstsein für die natürlichen Produktionswege und -abläufe ist lobenswert und soll der Massenware entgegenwirken, doch die Bio-Landwirtschaft bewegt sich auf einen Teufelskreislauf zu. Sie boomt. Wegen den vielen unterschiedlichen und doch ident anmutenden Bezeichnungen rund um BIO, biologisch,..., scheint sich der Konsument langsam aber doch überfordert. Die "Marke", die keine sein sollte, sondern als das Natürlichste der Welt gelten muss, verliert an Glaubwürdigkeit. Hier gilt es europaweit ein einheitliches Kontroll- und Übersichtssystem zu schaffen. Im besten Fall wird das System im Sinne der Nachhaltigkeit das der Massenproduktion nach und nach ablösen.
Roman David-Freihsl zeigt mit seinem Versuch, dass er mit seinem Konsum an vorwiegend konventionell hergestellten Bioprodukten und Fairtrade-Produkten nicht nur sein Gewissen erleichtert hat, sondern durch den bewussteren Konsum auch sein Gewicht reduziert hat. Er zeigt auf, dass die Schwierigkeiten in eingespielten Abläufen während der kurzen Pausen in der Arbeitszeit entstehen. Im privaten Haushalt dagegen bedeutet ein nachhaltiges Kauf- und Essverhalten keine große Umstellung und in Summe gesehen auch keine erhebliche finanzielle Zusatzbelastung, da man weniger (Fleisch) konsumiert.
Die biologische Fastenzeit zählt also wenig an Entbehrungen. Bleiben Sie nicht beim Versuch eines BIO-logischen Lebensstils, sondern machen Sie ihn zum gelebten Alltag - auch ihrer Gesundheit zuliebe!
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